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Holzbau & Konstruktion

KVH oder BSH – Welches Bauholz passt zu meinem Projekt?

Die Wahl zwischen KVH und BSH beginnt nicht mit der Produktbezeichnung, sondern mit den Anforderungen Ihres Bauteils. Nutzung, Lasten, Spannweite, Querschnitt und Umgebung bestimmen, welche Holzart und welche Ausführung infrage kommen. Die folgende Übersicht erleichtert die Vorbereitung für eine fachliche Entscheidung.

KVH und BSH unterscheiden

Konstruktionsvollholz (KVH) besteht aus sortiertem und technisch getrocknetem Vollholz. Bei keilgezinktem KVH werden Abschnitte an ihren Enden über ineinandergreifende Zinken längs verbunden. So können längere Bauteile entstehen, ohne mehrere Holzlagen übereinander zu verkleben.

Brettschichtholz (BSH) wird aus mehreren getrockneten Holzlamellen mit gleichgerichteter Faser hergestellt. Durch den Lamellenaufbau lassen sich größere sowie geformte Querschnitte realisieren. Beide Produkte benötigen eine passendeBemessung; aus dem Aufbau allein lässt sich die Eignung für eine bestimmte Last nicht sicher ableiten.

Wann KVH infrage kommt

KVH kann eine Option sein, wenn das geplante Bauteil mit den verfügbaren Vollholzquerschnitten umsetzbar ist und die erforderlichen Eigenschaften nachgewiesen werden können. Bei der Entscheidung spielen die geplante Spannweite, die Belastung, die Lagerung und die erforderliche Verformung eine wichtige Rolle.

Auch bei KVH sollten Sie die sichtbaren Anforderungen separat festlegen. Die Bezeichnung allein beschreibt die gewünschte Oberfläche und Optik nicht vollständig. Das gilt ebenso für BSH.

Wann BSH infrage kommt

BSH ist besonders zu prüfen, wenn der geplante Querschnitt oder die gewünschte Bauteilform mit einem Vollholzprodukt nicht sinnvoll abgebildet werden kann. Der Lamellenaufbau eröffnet zusätzliche gestalterische und konstruktive Möglichkeiten. Ob BSH für Ihr Bauteil tatsächlich geeignet ist, hängt jedoch ebenfalls von Festigkeit, Steifigkeit, Nutzung, Spannweite und Anschlüssen ab.

Wichtig ist daher die Unterscheidung zwischen technischer Machbarkeit und endgültiger Eignung. Eine größere oder komplexere Form allein beantwortet nicht die Frage nach der erforderlichen Bemessung.

Fünche Angaben für die Materialwahl

Bereiten Sie die Entscheidung mit folgenden Informationen vor:

1. Nutzung: Was soll das Bauteil tragen, überdecken oder optisch hervorheben?
2. Lasten: Welche ständigen und veränderlichen Einwirkungen sind zu berücksichtigen?
3. Spannweite: Wie groß ist der Abstand zwischen den Auflagern?
4. Querschnitt und Form: Welche Breite, Höhe oder Geometrie ist vorgesehen?
5. Umgebung und Anschlüsse: Ist das Bauteil innen, außen oder unmittelbar der Witterung ausgesetzt, und wie wird es angebunden?

Eine Nutzungsbeschreibung ist ein wichtiger Ausgangspunkt, ersetzt aber keine Lastberechnung.

Feuchtigkeit mitplanen

Die Materialwahl sollte nicht isoliert vom konstruktiven Holzschutz betrachtet werden. Regen sollte soweit möglich ferngehalten, Wasser gezielt abgeleitet und eine spätere Feuchtigkeit zum Abtrocknen zugelassen werden. Überdachung allein genügt nicht immer: Auch windgetriebener Regen oder Wasser aus angrenzenden Bauteilen können das Holz erreichen. Anschlüsse und Hirnholz benötigen besondere Aufmerksamkeit, damit Feuchtigkeit nicht dauerhaft eingeschlossen wird.

Was Sie fachlich klären lassen sollten

Lassen Sie die Eignung für das konkrete Bauteil anhand der erforderlichen Festigkeit, Verformung, Nutzung und Anschlüsse prüfen. Geben Sie dabei die gesammelten Angaben weiter und beschreiben Sie auch, ob das Holz sichtbar sein soll oder gestalterische Anforderungen bestehen.

So wird aus einem allgemeinen Interesse an KVH oder BSH eine belastbare Materialentscheidung für Ihr Projekt.